Im Höhepunkt der Flüchtlingskrise hat KOLPING Deutschland die Kolpingsfamilien und ihre Mitglieder aufgerufen, sich aktiv mit den Kommunen, den Kirchengemeinden, den freien Initiativen und Institutionen der Wohlfahrtspflege für die Geflüchteten einzusetzen.
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, in dem auch KOLPING Deutschland vertreten ist, hat bereits vor Jahren ein umfassendes europäisches Konzept für den Umgang mit der gegenwärtigen Flüchtlingssituation gefordert, das wirksame Rettungsprogramme, ein entschiedenes Vorgehen gegen Menschenhandel und verbrecherische Schleuser, die Verbesserung der Lebensperspektiven in den Herkunftsländern und auch die gerechte Verteilung zwischen den europäischen Staaten umfassen muss.
Die aktuellen Asylzahlen zeigen einen Rückgang.
- Die Zahl der Erstanträge auf Asyl ist 2025 laut Bundesinnenministerium um 51 % gegenüber 2024 und um 66 % gegenüber 2023 gesunken.
- Die Bundesregierung führt dies auf eine „Migrationswende“ zurück: strengere Grenzkontrollen, mehr Rückführungen, Einschränkungen beim Familiennachzug und die Abschaffung der Turboeinbürgerung.
Nach Auffassung des Kolping-Landesverbandes spielen darüber hinaus ggf. auch externe Faktoren, wie z. B. das Ende des Bürgerkrieges in Syrien oder eine verbesserte Lage in den bisher größten Asylherkunftsländern eine Rolle.
Für die Zukunft wirken ggf. auch die Beschlüsse der Europäischen Union vom Dezember 2025, die es demnächst erlauben, Abkommen mit Drittstaaten über die Rücknahme von Migrant*innen zu schließen.
Folgende Fragen können im Rahmen von Diskussionsrunden gestellt werden:
- Was hat sich in den letzten Jahren hier getan?
- Welche Maßnahmen müssen in den Herkunftsländern noch getroffen werden, um die Fluchtursachen bekämpfen zu können?
- Welche Änderungen in der eigenen Handels-, Wirtschafts- und Finanzpolitik sind angezeigt?
- Was muss sich in der Entwicklungszusammenarbeit auf der politischen Ebene verändern, damit Wirkungen in den Herkunftsländern erzielt werden können?