Aus dem benachbarten Diözesanverband:Vier Jahre auf der Walz

„Back tot he roots“, also zurück in die Vergangenheit der Vereinsgeschichte geht es für die Kolpingfamilie Lahnstein St. Martin am Dienstag, 10. März 2026 um 19 Uhr im Pfarrzentrum am Europaplatz.
In der Veranstaltungsreihe „Was ich schon immer mal fragen wollte …“ ist der aus Grefrath stammende Vincent Stenmans zu Gast. Der Raumausstatter war vier Jahre und eine Woche auf der Walz.
Der „Gesellenvater“ Adolph Kolping (1813-1865) kümmerte sich zu Lebzeiten ganz bewusst um die wandernden Gesellen, baute ihnen Gesellenhäuser, die heutigen Kolpinghäuser. Früher gehörte die Wanderschaft und damit die Berufserfahrung zwingend zu einem Handwerkerleben, ohne die niemand die Meisterprüfung ablegen konnte, heute ist die Walz eine freiwillige Entscheidung.
Vincent Stenmans, selbst Kolping-Mitglied, hat 16 Länder während seiner Zeit auf der Walz gesehen. Er stellte sich einer aus dem Mittelalter stammenden Tradition, war unterwegs von Dänemark bis Südspanien, von Portugal bis ans Schwarze Meer. Unterwegs war er zu Fuß oder per Anhalter, oft gemeinsam mit anderen Handwerksgesellen. Er durfte keinen Cent für die Fortbewegung ausgeben und seinem Heimatort nicht näher als 50 Kilometer kommen. Der Lebensunterhalt bei der „Tippelei ins Leben“ wurde durch Arbeit verdient. Der junge Handwerker folgte einer jahrhundertealten Tradition und strengen Regeln. Die Gesellenwanderung „Walz“ ist immaterielles Kulturerbe in Deutschland.
Vincent Stenmans stellt sich den Fragen des Publikums und informiert über alle wichtigen Utensilien seiner Wanderschaft vom „Stenz“, dem Wanderstab, bis zur Kluft und dem Wanderbuch. Er beschreibt seine Erlebnisse, seine Arbeiten, die teilweise strengen Regeln und seine Gefühle auf der Wanderschaft.
Herzliche Einladung zu einer seltenen Begegnung mit einer langen Tradition, heute sind im deutschsprachigen Raum schätzungsweise 500 bis 600 Gesellen und Gesellinnen auf der Walz.



