Diözesantag des Kolpingwerks Trier in Dernau :Gelebte Solidarität für die Ahr und für Nepal

Dernau – „Gemeinsam helfen, gemeinsam feiern“ – hat das Motto des Diözesantags des Kolpingwerks Trier gelautet, der am 30. August in Dernau begangen wurde. Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe im Ahrtal erinnerten sich Kolpingsfamilien aus dem Bistum Trier an gelebte Solidarität in der Katastrophe und feierten zusammen Gemeinschaft, Glaube und ein grenzübergreifendes Miteinander und verloren dabei aktuelle (Natur-)Katastrophen nicht aus dem Blick.
Das Kolpingwerk Trier hatte sich bewusst für seinen Diözesantag diesen Ort an der Ahr ausgesucht. Auf den ersten Blick kann man sich fast nicht mehr vorstellen, was fünf Jahre zuvor hier für eine Katastrophe war. Auf den zweiten Blick erkennt man, dass die Flut nicht vergessen und noch lange nicht alles wieder aufgebaut ist. Eine Gedenktafel vor der Kirche erinnert an die zwölf Menschen aus Dernau, die ums Leben gekommen sind. Baustellen zeigen, dass hier noch vieles im Aufbau ist. Doch im Vordergrund des Tages standen nicht die schmerzhaften Erinnerungen an den Tag der Flut, sondern vielmehr wurde zurückgeblickt auf die große Solidarität, die Menschen erlebten. Dabei engagierten sich auch Kolpingsfamilien aus dem ganzen Bistum Trier. Winfried Kraaz, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Sinzig, erinnert sich: „Plötzlich kamen von überall Menschen her, um zu helfen. Der Strom war ausgefallen, ich hätte es nicht für möglich gehalten, plötzlich war da jemand mit einem Generator.“
Die Verbundenheit über alle Grenzen hinweg wurde am Diözesantag in Dernau in unterschiedlichen Bereichen deutlich. Nicht nur in der Katastrophe möchte der Verband für Menschen und füreinander da sein. Rentenversicherungsberaterinnen waren beispielsweise auf dem Festgelände für Menschen ansprechbar, die bei Kolping als Lotsen für Menschen in Fragen der Krankenkasse und Rentenversicherung beraten. Auch in der internationalen Partnerschaft mit Litauen und Bolivien ist es Elke Grün, geistliche Leitung des Kolpingwerks Trier, ein Anliegen, voneinander zu lernen: „Mich motiviert in dieser Arbeit, gemeinsam in die Fußstapfen Adolph Kolpings zu treten und auf Augenhöhe voneinander zu lernen“, erzählte sie auf der Festbühne.
Tattoos als Form der Tauferneuerung
In der Kirche tätowierte Silas Becks während des gesamten Nachmittags Glaubenssymbole. „Das ist eine Art Tauferneuerung, wenn man so möchte,“ so Diözesanpräses Christian Heinz. Auch Adolph Kolping machte in seinem Handeln und Wirken sichtbar, dass sein christlicher Glaube ihn prägte. Knapp 20 Menschen brachten das in Dernau mit einem Tattoo zum Ausdruck.
Wolfgang Dietrich, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Bad Kreuznach, betonte: „Mir gefällt, dass man hier die Möglichkeit hat, aus anderen Kolpingsfamilien bekannte und neue Gesichter zu treffen. Man spürt hier eine Verbundenheit, die über alle Grenzen hinweg trägt.“
Der Tag fand seinen Abschluss im Gottesdienst mit Bischof Dr. Stephan Ackermann. „Im Verband erleben wir: Es lohnt sich, an eine bessere Welt zu glauben, die solidarischer, fairer, gerechter ist und sich dafür als Gemeinschaft einzusetzen!“, bestärkte der Bischof in seiner Predigt die Kolpingmitglieder. Vor fünf Jahren wurde an der Ahr Solidarität bewiesen. „Wir können seither eigentlich an keiner Katastrophe mehr vorbei gehen!“, so Benno Kastenholz, geistliche Leitung der Kolpingsfamilie Dernau. Daher entschied der Vorstand des Kolpingwerkes spontan, eine Spendenaktion für die Betroffenen der Flut in Nepal ins Leben zu rufen. So kamen der Kuchenverkauf und die Kollekte des Tages diesem Zweck zugute. Außerdem spendet das Kolpingwerk Trier 1.000 Euro, der Kolping-Landesverband Rheinland-Pfalz 1.000 Euro und der Kolping-Landesverband Saar 500 Euro.
Gemeinsam Helfen, gemeinsam Feiern – dieses Motto soll auch nach dem Diözesantag bei Kolping weitergehen. Die Spende nach Nepal ist dafür nur ein Beispiel.
