Kardinal-Frings-Medaille für Leiterin von KOLPING Ruanda

Die Preisträgerin Dancille Mujawamariya (59) hat KOLPING Ruanda aufgebaut und setzt sich seit mehr als 20 Jahren für bessere Lebensbedingungen und neue wirtschaftliche Perspektiven in ihrem Land ein.
Ihre eigene Biografie prägt dieses Engagement: Sechs Jahre lebte sie als Flüchtling in der Demokratischen Republik Kongo. Nach ihrer Rückkehr fand sie bei Kolping Gemeinschaft und Unterstützung – und erlebte, wie Hilfe zur Selbsthilfe neue Chancen eröffnet.
Bildung als Schlüssel
Diese Erfahrung bei Kolping prägte ihre Haltung: Pray, Learn, Work (Bete, lerne, arbeite). Für Dancille Mujawamariya sei der Glaube Quelle der Kraft, Orientierung und Motivation, sagte Sigrid Stapel von KOLPING INTERNATIONAL in ihrer Dankrede. Bildung als Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben, Selbstvertrauen und Würde. Und Arbeit als Teilhalbe, um Menschen eine Starthilfe zu geben, damit sie ihr Leben aus eigener Kraft verbessern können. „Mama Afrika“ wird sie liebevoll in Ruanda genannt, und die Menschen begegnen ihr mit Respekt, Herzlichkeit und Vertrauen, berichtet Sigrid Stapel, die erst vor einigen Wochen zu Gast bei KOLPING Ruanda war.
Stärkung der Zivilgesellschaft
In einer sehr persönlichen Rede bedankte sich die die Leiterin von KOLPING Ruanda bei ihrem Team, den Kolpingsfamilien in Ruanda und bei ihren zwölf Kindern (drei leiblichen und neun Pflegekindern). „Im Laufe der Jahre habe ich eine wichtige Lektion gelernt. Armut bedeutet nicht nur den Mangel an materiellen Ressourcen; sie kann auch das Fehlen von Möglichkeiten, Hoffnung und Würde bedeuten. Wenn wir einer Person in Not helfen, geben wir ihr Hoffnung. Und wir öffnen die Tür zu einer besseren Zukunft.“
Seit 2005 ist Dancille Mujawamariya Kolpingmitglied. Nach der Übernahme der Verbandsleitung von KOLPING Ruanda und erhöhte sie die Mitgliederzahlen von 200 auf über 8500 in 150 Kolpingsfamilien.
Mitarbeit in internationalen Führungsgremien
Seit vielen Jahren ist die Preisträgerin auch Mitglied des Generalvorstands von KOLPING INTERNATIONAL und somit Teil des internationalen Führungsteams. Heute stärkt KOLPING Ruanda unter ihrer Leitung vor allem junge Menschen und Familien in ländlichen Regionen. Berufsbildung, Existenzgründung, Ländliche Entwicklung und gemeinschaftliche Selbsthilfe stehen dabei im Mittelpunkt. Zugleich engagiert sich Dancille Mujawamariya für den Aufbau von Kolping in weiteren Ländern Afrikas.
Das Katholisch-Soziale Institut (KSI) der Erzdiözese Köln zeichnet mit der Kardinal-Frings-Medaille Persönlichkeiten aus, die sich in Politik und Gesellschaft engagieren und christliche Werte überzeugend vertreten. Das Katholisch-Soziale Institut der Erzdiözese Köln wurde am 18. Oktober 1947 von Josef Kardinal Frings als „Stätte der Erwachsenenweiterbildung auf der Grundlage der katholischen Soziallehre“ gegründet.
