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Schuhsammlung endet mit gutem Sammelergebnis

10 Jahre lang war „Mein Schuh tut gut“ eine der erfolgreichsten Aktionen, die Kolping Deutschland je ins Leben gerufen hat. Im Februar endete die letzte Sammlung.
Yvonne Willicks und Ulrich Vollmer präsentieren die roten Schuhe des Papstes.
Datum:
6. Juli 2026
Von:
Kolping Deutschland

Eine Sammelaktion, die ihres gleichen sucht! „Mein Schuh tut gut“ war unter anderem deshalb so erfolgreich, weil nachweislich mehr als 1.200 verschiedene Kolpingsfamilien die Aktion von Anfang an regelmäßig leidenschaftlich unterstützt und mit großem personellen Aufwand durchgeführt haben. Der Bundesvorstand würdigt das Engagement der Kolpingsfamilien und sagt an dieser Stelle allen ein herzliches Wort des Dankes. 

Mehr als 350.000 Euro konnten dadurch in all den Jahren an die KOLPING INTERNATIONAL Foundation zugestiftet werden. Dazu wurden rund zwei Millionen Paar Schuhe gesammelt und in mehr als 75.000 Paketen auf den Weg gebracht. Die positiven Rückmeldungen aus Kolpingsfamilien auf diese Aktion, die unzähligen eingesendeten Fotos und nicht zuletzt die vielen Telefonate mit Kolpinggeschwistern sprachen für sich – doch jetzt ist leider Schluss!

Aufgrund einer völlig veränderten Marktlage kann die Sammelaktion nicht mehr fortgeführt werden. Die Gründe sind vielfältig. Die Qualität der gesammelten Schuhe sinkt seit Jahren, es gibt höhere Anforderungen an Wiederverwendung und Qualität, die Kosten für Sortierung, Transport und Entsorgung steigen stetig. Dies führt dazu, dass die Schuhaktion nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden kann. Die Kosten sind höher als die Erlöse. Es ist auch keine Besserung in Sicht. Deswegen hat Kolping Deutschland in Zusammenarbeit mit der Kolping Recycling GmbH leider entscheiden müssen, die Schuhaktion nicht mehr fortzusetzen. 

Sammelergebnis 2025/2026

Es zeichnete sich ab: Trotz großen Engagements und toller Aktionen vieler Kolpingsfamilien nahm das Sammelergebnis im Vergleich zu dem Rekord aus dem Vorjahr spürbar ab. Insgesamt wurden 131.561 Paar Schuhe gesammelt, der Erlös betrug nur noch 7.636,42 Euro, was immer noch deutlich macht, was für ein Potential in der Schuhaktion gelegen hat.

Hintergründe & Perspektiven

Der Altkleidermarkt funktioniert nicht mehr wie früher, u. a. wegen Fast Fashion (schnell und trendbezogen designt und zu niedrigen Preisen produziert) und dem Gesetz zur Getrenntsammlung. Mittlerweile gibt es eine neue EU-Verordnung, die Lizenzgebühren für die Sammlung und Verwertung von Altkleidern vorsieht. Diese EU-Verordnung muss nun von der Bundesregierung in deutsches Recht überführt werden. Voraussichtlich im September soll das Gesetz dann in den Bundestag kommen. Kolpingsfamilien, die ihre Container aufgeben wollen, werden um etwas Geduld gebeten und sollen sich ggf. zur Beratung mit der Kolping Recycling GmbH in Verbindung setzen. 

Als Alternative zu Altkleider-Containern empfehlen wir Straßensammlungen, da hier durch die bessere Qualität der Kleidung höhere Erlöse zu erzielen sind, insbesondere wenn die Transportkapazitäten optimal ausgelastet werden. So können weiterhin noch Schuhe und andere Kleidungsstücke gesammelt werden. Diese können dann bei der Straßen- oder Bring-Sammlung abgegeben oder in den Sammelbehältern vor Ort eingeworfen werden. Hierbei ist zwingend darauf zu achten, dass die Schuhe paarweise, also zusammengebunden abgegeben werden. Weiterhin sollte auch auf die Qualität geachtet werden, was die Kolpingsfamilien in den letzten Jahren perfekt gemacht haben: Die Schuhe sollten noch tragbar sein, sie sollen wenig beschädigt und nach Möglichkeit sauber sein. Alles Übrige, also Einzelschuhe, stark verschlissene, kaputte und dreckige Schuhe gehören in den Restabfall.

Das Anliegen der Aktion bleibt

Dennoch bleibt das Anliegen der Nachhaltigkeit und Solidarität bestehen: Über Straßen- und Bringsammlungen können weiterhin tragbare Schuhe gesammelt und sinnvoll wiederverwendet werden. So lebt der Gedanke der Aktion auch über ihr offizielles Ende hinaus weiter – getragen vom Engagement der Kolpingsfamilien und ihrem Einsatz für Menschen weltweit.