Fünf Jahre „Begleitendes Fahren“ in Oberwesel – gelebte Solidarität und ein starkes Miteinander

Die Idee entstand in einer Zeit, in der persönliche Begegnungen kaum möglich waren. „Im Corona-Lockdown haben wir Kolpingmitglieder aufgesucht, denen persönliche Kontakte fehlten. Aus diesen Gesprächen ergab sich ein Bedürfnis, mal einkaufen zu gehen oder sich für einige Stunden mit Gleichgesinnten zu treffen“, berichtet Hermann J. Bappert, der das Projekt von Anfang an begleitet und verantwortet.
Aus diesen Begegnungen entwickelte sich die Idee, Menschen bei der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs zu unterstützen und ihnen damit mehr Mobilität und Selbstständigkeit zu ermöglichen. Als sozial engagierter Verein hat die Kolpingsfamilie Oberwesel diese Idee aufgegriffen und zeitnah umgesetzt.
Was zunächst mit vier bis fünf Fahrgästen begann, hat sich inzwischen zu einem regelmäßigen Angebot entwickelt. Heute nutzen durchschnittlich zehn bis 14 Personen wöchentlich die Möglichkeit, in Begleitung den Linienbus zu nutzen. Ein schöner Beleg dafür, wie sehr dieses Angebot gebraucht und geschätzt wird.
Ein wesentlicher Baustein des Erfolgs sind die ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter. Sie unterstützen beim Ein- und Aussteigen, geben Orientierung und stehen den Fahrgästen mit Rat und Tat zur Seite. Dabei geht es um weit mehr als nur die Begleitung während einer Busfahrt: Es geht um Begegnungen, gegenseitige Unterstützung und die Möglichkeit, weiterhin selbstständig am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Auch über Oberwesel hinaus fand das Projekt Anerkennung. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) unterstützte den Start finanziell, und der SWR berichtete im Radio und Fernsehen über die Initiative. Im Jahr 2022 wurde das Engagement zudem vom Kolping-Diözesanverband Trier mit dem Ehrenpreis „Soziale Projekte der Kolpingsfamilien“ ausgezeichnet.
In den vergangenen fünf Jahren konnten auch einige Verbesserungen für die Fahrgäste erreicht werden.
Besonders stolz ist die Kolpingsfamilie Oberwesel darauf, dass das Angebot ohne einen eigenen Bürgerbus auskommt. Durch die Nutzung der bestehenden Linienbusse wird zugleich ein wirtschaftlicher und ökologischer Beitrag zur Mobilität in der Stadt geleistet.
„Ganz stolz ist der Verein, dass wir keinen Bürgerbus einsetzen müssen, der die öffentliche Hand belastet“, betont Hermann J. Bappert. Damit zeigt sich, dass soziales Engagement und nachhaltige Mobilität sehr gut miteinander verbunden werden können.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die mitmachen!
Heute engagieren sich neun Ehrenamtliche für das Projekt. Ihnen gilt ein ganz besonderer Dank. Mit ihrer Zeit, ihrer Hilfsbereitschaft und ihrem persönlichen Einsatz machen sie dieses Angebot Woche für Woche möglich. Ebenso zu danken ist jedoch auch allen Bürgerinnen und Bürgern, die das begleitende Fahren nutzen und damit zum Erfolg der Initiative beitragen.
Weitere Informationen gibt es unter www.kolpingsfamilie-oberwesel.de.



