Bei der Reform des „Meister-BAföG“ ist noch Luft nach oben

In Zeiten des Fachkräftemangels und eines sich ständig wandelnden Arbeitsmarktes wird berufliche Weiterbildung immer wichtiger. Viele Menschen möchten sich durch eine Meisterqualifikation beruflich weiterentwickeln. Die damit verbundenen Lehrgangs-, Prüfungs- und Lebenshaltungskosten können jedoch eine erhebliche finanzielle Hürde darstellen. Das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) – besser bekannt als „Meister-BAföG“ oder „Aufstiegs-BAföG“ – soll deshalb den Zugang zu höherqualifizierenden Fortbildungen erleichtern und die berufliche Bildung gegenüber akademischen Bildungswegen stärken. Es trägt damit außerdem auch zur Chancengleichheit bei, indem es eine solche Fortbildung möglich macht, unabhängig der finanziellen Mittel einer Person.
Mit der vom Bundeskabinett jetzt beschlossenen Reform des AFBG soll die berufliche Fortbildung noch attraktiver werden. Ziel ist es, finanzielle Hürden weiter abzubauen, die Fachkräftesicherung zu unterstützen und die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung zu fördern.
„Aus Sicht von Kolping sind diese Maßnahmen grundsätzlich zu begrüßen. Dennoch reichen die Reformschritte nicht aus“, so Kathrin Zellner, die Mitglied des Kolping-Bundesvorstandes ist und die Fachgruppe Handwerk leitet. „Die Reform setzt den positiven Kurs der vergangenen Jahre fort und stärkt die berufliche Bildung schrittweise. Aber um die Chancengleichheit nachhaltig zu verbessern und dem Fachkräftemangel wirksam zu begegnen, wären mutigere und umfassendere Reformen notwendig. Um dies stärker von der Politik einzufordern, hat der Bundesvorstand eine Stellungnahme verabschiedet.“
