Newsletter Juli 2026:Der Impuls am Schluss

Jesus ist mit seinen Jüngern auf den See hinausgefahren, nachdem er die traurige Nachricht vom Tod Johannes des Täufers erhalten hat. Ihm war nicht nach Menschenmassen, nach Predigen und Heilen. Er zog sich zurück zum Trauern und nur seine engsten Vertrauten durften ihn begleiten.
Aber die Menschen, die nach Galiläa gekommen waren, um ihm zu begegnen, folgten Jesus und das rührte ihn an. Also sprach er zu ihnen, heilte Kranke und es wurde spät. Die Jünger rieten ihm, die Menschen fortzuschicken, um sich Essen zu kaufen. Denn sie selbst hatten nur zwei Fische und fünf Brote. Jesu Lösung war eine andere. Die Menschen sollten nicht weggehen, vielmehr trug er seinen Jüngern auf: „Gebt ihr ihnen zu essen.“ Und er sprach ein Gebet, segnete das gemeinsame Mahl.
Beim Lesen des Evangeliums bin ich an den Worten „Gebt ihr ihnen …“ hängen geblieben. Jesus erinnert uns an unsere Verantwortung als Kinder Gottes: Schickt sie nicht weg, überlasst sie nicht ihrem Schicksal, sondern „gebt ihr ihnen“.
Mit fallen Situationen ein, in denen Jesus uns heute auffordert: „Gebt ihr ihnen!“ Helft einander, wo Menschen in Not sind, sei es eine kleine Notlage oder eine große. Teilt euer Essen mit denen, die nichts haben. Lernt mit jemandem, dem oder der es in der Schule schwerfällt. Besucht die, die einsam und allein sind. Oder packt an, wenn eine Katastrophe passiert ist. Gebt ihr eure Tatkraft, wo andere gerade keine Kraft haben.
Und ein weiterer Gedanke kommt mir: Jesus überträgt die Aufgabe nicht nur einem Jünger, sondern allen zusammen. Niemand kann und soll allein die Menschen sattmachen, es ist eine gemeinschaftliche Aufgabe. Gebt ihr – und nicht: Gib du! Im Reich Gottes arbeiten alle miteinander.
„Gemeinsam helfen“ – so lautet die erste Hälfte des Mottos für unseren Diözesantag am 30. August. Das steht für die Hilfe, die die Menschen im Ahrtal nach der Flutkatastrophe vor fünf Jahren erreicht hat. Es steht auch für das, was KOLPING als Gemeinschaft schon immer ausmacht: die Sorge für unsere Nächsten, getragen vom Glauben an Gott. So wie in den Gesellenhäusern, in denen Adolph Kolping den wandernden Gesellen ein Bett, Mahlzeiten und die Möglichkeit zum Lernen gab; oder bei Wohnsiedlungsprojekten von Kolpingsfamilien, wo sich die Mitglieder in den Jahren nach dem Krieg gegenseitig beim Hausbau halfen; oder bei den vielen Aktionen, die Kolpingsfamilien heute ins Leben rufen, um Menschen in ihrer Heimat oder in den Kolpinggemeinschaften weltweit zu helfen.
Dieses Helfen wird vollständig durch das „gemeinsam Feiern“. Nach der Arbeit noch ein Weilchen zusammen dableiben, Richtfest feiern, zusammen essen und trinken, spielen oder musizieren, miteinander lachen und Gott danken.
„Gemeinsam helfen – gemeinsam feiern“ scheint mir ein gutes Rezept, um Menschen an Leib und Seele satt zu machen.
