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Lietuvos draugystė - Litauische Freundschaft

Reisebericht von der geistlichen Reise des Diözesanverbands Trier ins Partnerland Litauen vom 4. bis 11. Oktober 2026
Das Bild zeigt drei Menschen, die ein neues Kreuz inmitten vieler anderer Kreuze aufstellen.
Datum:
23. Okt. 2026
Von:
Martina Wagner

Zwölf Kolpinger aus dem Diözesanverband Trier machten sich am 4. Oktober 2026 auf die Reise nach Litauen, um Land und Leute, Kultur und Glauben im Partnerland kennenzulernen und auch um Freunde wiederzusehen. Nach einem verspäteten Flug kam die Gruppe nachts im Hotel in Vilnius an, das zentral in der Altstadt direkt mit Blick auf die Kathedrale St. Stanislaus und Ladislaus gelegen war.

Am nächsten Tag erkundeten die Kolpinger, die aus Andernach, Konz, Luxemburg, Merzig, Plaidt und Schmelz kamen, nach dem Morgengebt die Gassen und Straßen der Altstadt. Nachmittags traf die Gruppe auf die sechzehn Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die mit der Kolpingjugend zur Demokratiefahrt ebenfalls Litauen bereist haben. Auf dem Programm stand der Besuch in der deutschen Botschaft. Hier begrüßte die ständige Vertreterin die nun große Gruppe, erzählte von der Geschichte Litauens und der Mentalität der Litauer und beantwortete alle Fragen, die die Jugendlichen vorbereitet hatten und die sich aus dem Gespräch heraus ergaben. Im zweiten Teil des Nachmittags kam eine Abordnung der in Litauen stationierten deutschen Panzerbrigade 45. Die Pressesprecherin und zwei Soldaten gaben Auskunft über die Einheit und deren Errichtung und die Motivation, sich für einen Einsatz in Litauen zu melden. Nach diesem interessanten und sehr informativen Nachmittag traf sich die Gruppe aus „jung und alt“ zum gemeinsamen Abendessen in einem typisch litauischen Restaurant wieder.

Auch der dritte Tag begann wieder mit einem Morgengebet. Bei einer Stadtrundfahrt lernten die Teilnehmenden an der geistlichen Reise die Hauptstadt Vilnius kennen. Anschließend haben sie bei Spaziergängen auf eigene Faust einige der Hotspots besucht. Am Nachmittag traf die Gruppe den Salesianerpater Alessandro Barelli, den nationalen Direktor von Missio in Litauen. Er erzählte, wie die katholische Kirche in Litauen organisiert ist und wie der Glaube dort gelebt wird. Im Gespräch tauschte man sich dann auch über die eigenen Erfahrungen in Kirche und Gemeinden aus.

An Tag vier hieß es nach dem Morgengebet erstmal Zimmer räumen und Gepäck einlagern, denn am Abend sollten die Kolpinger weiterreisen nach Kaunas. Doch zuvor stand noch ein gemeinsamer Programmpunkt mit der Kolpingjugend an: eine Führung in der Seimas, dem Parlament von Litauen. Auf dem Fußweg durch die Stadt gab es einen touristischen Fotostopp an einem kleinen Park für ein Gruppenfoto. In der Seimas besichtigten die beiden Kolpinggruppen gemeinsam den Plenarsaal und weitere Räume und Gebäudeteile und erfuhren viel über die jüngste Geschichte Litauen, die Unabhängigkeitsbewegung und die Ereignisse in den Jahren 1990 und 1991. Litauen war das erste Land der ehemaligen UdSSR, das unabhängig wurde. Aus diesen Erfahrungen heraus stehen Land und Leute heute fest und solidarisch an der Seite der Ukraine. Das zeigen nicht nur die vielen ukrainischen Flaggen an den Häusern – öffentliche wie auch private –, auch im Parlament selbst stehen neben den litauischen viele ukrainische Flaggen auf den Tischen der Abgeordneten. 
Nach den eindrucksvollen Erlebnissen in der litauischen Hauptstadt reisten die Kolpinger am Abend mit dem Zug weiter nach Kaunas. Hier befinden sich die Kolpinghochschule mit Kindergarten und Grundschule.

Eine Fahrt zur Pilgerstätte „Kryžių kalnas“, dem Berg der Kreuze, stand am folgenden Tag auf dem Programm. Kurz nach Mittag kam die Gruppe an dem alten Wallfahrts- und Gedenkort an. Tausende von Kreuzen in allen Größen sind hier von Gläubigen mit Widmungen und persönlichen Gegenständen geschmückt mit besonderen Anliegen aufgestellt worden. Es ist ein sehr beeindruckender Ort, an dem man still wird. Für die Kolpinggruppe aus dem Diözesanverband Trier stellte die geistliche Leiterin Elke Grün hier ein Kreuz auf. Vor der Rückfahrt beteten die Kolpinger hier gemeinsam.
Zurück in Kaunas traf die Gruppe zum Abendessen Kolpingdelegationen aus der Schweiz, aus Stuttgart und Schweinfurt, die alle zum Jubiläum der Kolpinghochschule angereist sind.

Nach dem Morgengebet an Tag sechs gab es eine Führung durch die Gebäude der Kolpingwerks Litauen. Die Gruppe lernte dabei die Arbeit der drei Bildungseinrichtungen kennen. Vor dem Jubiläumsfest hatten die Kolpingmitglieder Zeit zur freien Verfügung, um die Altstadt von Kaunas oder den Park am Zusammenfluss von Memel und Neris zu erkunden. Am Nachmittag kamen viele Kolpinger in der Kathedrale St. Peter und Paul zusammen, um mit dem Erzbischof Kęstutis Kėvalas und dem Nuntius, Erzbischof Georg Gänswein, Gottesdienst zu feiern anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Kolpinghochschule. Beim anschließenden Festakt in den Räumen der erzbischöflichen Residenz wurde dieses Jubiläum gebührend gefeiert.

Am vorletzten Tag der Reise lud das litauische Kolpingwerk alle Kolpinggäste aus Deutschland und der Schweiz zu einem Ausflug zu Schlössern und Herrenhäusern entlang der Memel ein. Dabei gab es viel Wissenswertes über die Geschichte Litauens, über Land und Leute, und manche Anekdote zu einem der hohen Häuser zu hören. Am Abend dann hieß es Abschiednehmen von Kaunas und der Zug brachte die Trierer Gruppe wieder nach Vilnius, wo der letzte gemeinsame Abend in einer Pizzeria ausklang.
Tags darauf traten die Kolpinger voller Eindrücke und Begegnungen den Heimflug an.

Es war eine tolle, erlebnisreiche Reise nach Litauen. Immer wieder haben uns die Mitarbeiter*innen von Kolping Litauen begleitet und unterstützt. Ein besonderer Dank gilt hier Lina Kalibataitė, Jurgita Dambrauskienė und Vytautas Kirka sowie Elke Grün für die Organisation dieser Reise, die vor allem eins zeigte: dass die Kolpinggemeinschaft weltweit trägt und verbindet.